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Articolo: Beleuchtung „Made in Germany“: Helden, Pleiten und der aktuelle Boom

Beleuchtung „Made in Germany“: Helden, Pleiten und der aktuelle Boom

Beleuchtung „Made in Germany“: Helden, Pleiten und der aktuelle Boom

Stehen wir an der Schwelle zur großen Erleuchtung oder tauchen wir in die Dunkelheit der Weltpolitik ab? Unabhängig davon, auf welcher Seite man steht, ist ein Trend unübersehbar: 

Immer mehr Menschen bevorzugen wieder heimische, deutsche oder europäische Produkte!

Diese Besinnung auf regionale Qualität zeigt sich besonders deutlich in einem Bereich, den man im Alltag oft unterschätzt: der Beleuchtung. Die Frage „Welche Lampen-Alternativen aus Deutschland gibt es eigentlich?” führt direkt in eine spannende Geschichte von Pionierarbeit, Skandalen, Krisen und hin zu einem überraschenden Comeback. 

In diesem Beitrag geht es um die deutsche Lampenindustrie ab der Entwicklung der  Glühlampe bis zu den neuesten Lampeninnovationen. Es geht um Firmen, die seit über hundert Jahren Licht in unsere Welt bringen, um Erfinder, die die Nacht zum Tag gemacht haben, und um neue Akteure, die mit LEDs, KI und Nachhaltigkeit eine alte Branche völlig neu gestalten. „Made in Germany“ ist in der Beleuchtungsbranche mehr als ein Herkunftssiegel – es steht für Präzision und den Versuch, Licht intelligenter, gesünder und umweltfreundlicher zu machen. 

 

Die ersten deutschen Lampenfabriken

Das goldene Zeitalter der Lampenindustrie in Deutschland begann zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Im Jahr 1904 gründeten Adolf Berrenberg, ein ehemaliger Mitarbeiter von Thomas Edison, und seine Partner das Radium-Lampenwerk in Wipperfürth. Dieses Werk gilt bis heute als der älteste noch aktive Lampenproduzent Deutschlands. 

Damals war elektrisches Licht ein technologisches Wunder. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte Radium Wolframdrähte, Doppelwendellampen und Hochdruck-Quecksilberdampflampen, die Straßen, Industrieanlagen und Sportstätten in ein bis dahin unbekannt helles Licht tauchten. Dass das Werk zwei Weltkriege, Inflationen, Währungsreformen und technologische Umbrüche überlebte und 2026 mit rund 230 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern immer noch existiert, zeigt, wie zäh die deutsche Lichtbranche war und bis heute ist. 

Kurz nach Radium tauchte ein Name auf, der bis heute mit Licht assoziiert wird: Osram. 1906 ließ die Deutsche Gasglühlicht-Anstalt, die Auer-Gesellschaft, die Marke beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin eintragen. Der Name Osram setzte sich aus den Elementen Osmium und Wolfram zusammen, die damals als Hoffnungsträger für robuste und effiziente Glühfäden galten. 

In den 1920er Jahren begann Osram, den Weltmarkt nicht nur mit technischen Innovationen, sondern auch mit einer bislang ungekannten Industrialisierung des Lichts zu prägen. Standardisierte Lampenlinien machten Glühbirnen austauschbar und zuverlässig. Halogenlampen, Kompaktleuchtstofflampen und später auch LEDs wurden hier erfunden. In den 1960er Jahren hielt Osram rund 40 Prozent des weltweiten Lampenmarkts.

Heute, nach der Übernahme durch die österreichische ams AG, tritt das Unternehmen als ams OSRAM auf. Es ist nach wie vor in München ansässig und ein führender Global Player in den Bereichen Optoelektronik, Automobilbeleuchtung und smarte Lichtlösungen – vom digitalen Autoscheinwerfer bis zur vernetzten Straßenlampe. 

 

Die Konkurrenz im Lampenladen

Parallel zu diesen Giganten entstanden in Deutschland zahlreiche weitere Marken, die das Bild der hiesigen Beleuchtungsindustrie prägten. NARVA, 1912 gegründet, war lange ein Synonym für Leuchtstoffröhren und Alltagslampen aus der DDR und später aus Gesamtdeutschland. Die Marke ging in TRILUX auf, einem Unternehmen, das sich vom klassischen Lampenproduzenten zum Anbieter komplexer Lichtsysteme gewandelt hat. 

Der Unternehmer Rüdiger Paulmann begann dachte anders: „Im Keller mit dekorierten Glühbirnen“. Was bescheiden klingt, entwickelte sich rasant. Bis Ende der 1980er Jahre war Paulmann Marktführer im Bereich Einbauleuchten. Später kamen LED-Strips, Schienensysteme und Smart-Home-Leuchten hinzu, die heute in vielen Wohnzimmern, Küchen und Gärten in ganz Europa hängen und leuchten. 

 

Der harte Kampf ums Überleben 

In den 1990er- und 2000er-Jahren prallte die Branche mit voller Wucht auf den globalisierten Wettbewerb. Chinesische Hersteller fluteten den Markt mit extrem preisgünstigen Leuchtmitteln. Während japanische und koreanische Konzerne aggressiv in LED-Forschung investierten, setzten Teile der deutschen Industrie noch zu lange auf die vermeintlich bewährten Leuchtstoff- und Halogentechnologien. 

Die Digitalisierung, der Siegeszug des Internets und der Onlinehandel veränderten nicht nur die Absatzkanäle, sondern auch die Kundenerwartungen. Preise wurden vergleichbarer, Markenloyalität schwand und der reine Schriftzug „Made in Germany“ reichte vielen Konsumenten nicht mehr als Kaufargument. 

In diese Phase fallen mehrere prominente Pleiten. Namen wie Grundig oder Schaub-Lorenz stehen exemplarisch für Traditionsmarken, deren Werke geschlossen wurden und deren einst stolze Logos heute nur noch in Sammlerforen oder auf Vintage-Märkten zu finden sind. Hinzu kam das EU-weit schrittweise eingeführte Glühlampenverbot ab 2009, das für Unternehmen, die technologisch den Anschluss verpasst hatten und über kein wettbewerbsfähiges LED-Portfolio verfügten, den endgültigen Todesstoß bedeutete. 

Doch wo alte Strukturen zerbrechen, entstehen Freiräume für neue Ideen. Genau hier beginnt das aktuelle Revival der deutschen Beleuchtungsindustrie. Die Ausgangslage im Jahr 2026 ist eine andere als noch vor zwanzig oder dreißig Jahren. Der gesellschaftliche Druck in Richtung Nachhaltigkeit hat stark zugenommen. 

Energieeffizienz ist keine nette Zusatzoption mehr, sondern eine politische, ökologische und ökonomische Notwendigkeit. Andererseits hat das Smart Home seinen Weg in den Alltag gefunden. Licht wird nicht mehr nur ein- und ausgeschaltet, sondern gesteuert, programmiert, in Szenen eingebunden und mit Sensoren verknüpft. 

 

Neue Wege und Innovationen

Deutsche Lampenhersteller haben sich eindrucksvoll neu positioniert. TRILUX hat sich beispielsweise vom Leuchtenproduzenten zum Lichtsystemanbieter entwickelt und stattet komplette Bürogebäude, Logistikzentren und Produktionshallen mit vernetzten LED-Linien aus. Moderne TRILUX-Systeme passen ihre Farbtemperatur dynamisch an den biologischen Rhythmus der Menschen an, die darunter arbeiten: Morgens unterstützt kühleres, aktivierendes Licht die Konzentration, am Nachmittag hilft wärmeres Licht dabei, den Stresspegel zu senken. Die Wirkung solcher „Human Centric Lighting“-Konzepte ist gut untersucht: Sie verbessern das Wohlbefinden, reduzieren Fehlerquoten und können sogar die Schlafqualität und die Stimmung positiv beeinflussen. 

Ein weiteres Beispiel für die Neuerfindung der Branche ist LEDVANCE. Das Unternehmen entstand aus der Konsumerleuchtungsabteilung von Osram und fokussiert sich stark auf LED-Lampen und -Leuchten für Endverbraucher. Vom klassischen E27-Leuchtmittel mit App-Steuerung bis hin zu komplexeren Lichtsystemen. Auf der Messe Light + Building 2026 präsentierte das Unternehmen sogar KI-basierte Flutstrahler, die Personen und Objekte erkennen, sich an die Tageslichtverhältnisse anpassen und per Gestik gesteuert werden.

 

Speziallampen aus Deutschland – die Nische macht’s!

Das 1919 gegründete Unternehmen HELLUM ist heute der einzige deutsche Hersteller, der Lichterketten in nennenswerter Stückzahl produziert. Wer Wert auf langlebige, reparierbare und optisch ansprechende Weihnachts- und Dekorationsbeleuchtung legt, findet hier eine Alternative zu Wegwerflichtern aus Asien, die nach zwei Saisons meist den Geist aufgeben. 

Kent Leuchten beispielsweise setzt auf flexible Systeme, die sich per App in verschiedene Szenen versetzen: vom Arbeitslicht über die Beleuchtung für einen Filmabend bis hin zur Beleuchtung für eine meditative Ruhezone. Magnetische Schienen, modular austauschbare Spots und die Integration in gängige Smart-Home-Standards wie Matter machen das System besonders anpassungsfähig für Wohnungen und Büros, deren Nutzung sich häufig ändert. 

Auch im professionellen Bereich entstehen in Deutschland hochspezialisierte Hersteller: mawa design aus Brandenburg entwickelt Leuchtensysteme für Museen, Kirchen, Bibliotheken und hochwertige Hotels. Dort geht es oft um weiches, blendfreies Licht, das Kunstwerke respektiert, statt sie zu überstrahlen, oder um Licht, das architektonische Details subtil betont. 

 

„Made in Germany“ vs. Globale Konkurrenz

Bemerkenswert ist, wie stark sich die deutsche Beleuchtungsbranche inzwischen mit den Themen Klimaschutz, Ressourcenschonung und Kreislaufwirtschaft auseinandersetzt. Zudem achten viele deutsche Hersteller heute darauf, Leuchten so zu konstruieren, dass sie reparierbar sind, Treiber und LED-Module austauschbar bleiben und die Gehäuse aus recycelbaren Materialien wie Aluminium oder Glas bestehen. Hinzu kommen lange Verfügbarkeitszeiträume für Ersatzteile – oft zehn Jahre oder mehr. Das unterscheidet sie deutlich von billigen Produkten, die nach einem Defekt vollständig ersetzt werden müssen. Vor dem Hintergrund wachsender Elektroschrottberge gewinnt diese Philosophie an Bedeutung. 

International betrachtet zeigen sich deutliche Unterschiede. Italienische Marken wie Flos oder Artemide sind für ihr emotionales, oft skulpturales Design berühmt. Ihre Produkte erzählen durch Form, Material und Lichtinszenierung Geschichten. Deutsche Hersteller legen dagegen traditionell mehr Gewicht auf Funktionalität, präzise Technik und normgerechte Ausleuchtung. 

In China wiederum dominieren Massenhersteller, deren Lampen vor allem durch ihren niedrigen Preis auffallen, jedoch oft eine deutlich kürzere Lebensdauer haben. In den USA sind Unternehmen wie Cree für ihre technologisch ambitionierten LED-Entwicklungen bekannt, doch europäische Nachhaltigkeitsstandards spielen dort meist eine geringere Rolle.

 

Die Zukunft der deutschen Beleuchtungsindustrie

„Made in Germany“ könnte schon bald wieder ein Siegel werden, dass auch weltweit in der Beleuchtungsindustrie einen Namen tragen wird. Der LED-Markt wächst hierzulande weiterhin mit jährlichen Raten von acht bis zehn Prozent. Zugleich treiben EU-Klimaziele, Förderprogramme und steigende Energiepreise Unternehmen und Kommunen dazu, veraltete Beleuchtungssysteme schneller als bisher zu ersetzen.

Bis 2030 ist zu erwarten, dass ein Großteil der öffentlichen und gewerblichen Beleuchtung auf vernetzte LED- und Sensorsysteme umgestellt ist. Deutsche Hersteller, die rechtzeitig auf Technologien wie Human Centric Lighting, KI-gestützte Steuerung und offene Schnittstellen wie den Matter-Standard gesetzt haben, sind in dieser Transformation gut positioniert. 

Darüber hinaus zeichnet sich ein spannender Gegentrend zur jahrzehntelangen Verlagerung der Produktion nach Asien ab. Lieferkettenprobleme, geopolitische Spannungen und das wachsende Bewusstsein für CO₂-intensive Transportwege führen dazu, dass europäische Unternehmen wieder stärker in regionale Fertigung investieren. Für die deutsche Beleuchtungsindustrie bedeutet das, dass Know-how, das bereits als verloren geglaubt war, wieder relevant wird.

 

Fazit

Letztendlich steht fest, dass Licht aus Deutschland die Welt tatsächlich in mehrfacher Hinsicht erhellt hat – und dies bis heute tut. Wer heute eine Leuchte „Made in Germany“ kauft, investiert in ein Produkt, das in der Regel eine längere Lebensdauer und eine bessere Energieeffizienz aufweist.

Wer diese Entwicklung historisch nachverfolgen möchte, sollte das Museum Industriekultur in Nürnberg besuchen. Dort ist die Reise von der Kohlefadenlampe zur smarten LED anschaulich dokumentiert. Vielleicht fällt beim nächsten Gang durch den Baumarkt oder unseren Online-Lampenshop der Blick dann bewusst auf das kleine Label „Made in Germany“.

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